Vollformatkamera Nikon D800 oder D800E

Endlich ist es soweit. Nikon hat die Nachfolgerin der D700 offiziell angekündigt. Mein Warten neigt sich also so langsam dem Ende zu, aber dafür stellt sich nun eine andere Frage: D800 mit Antialiasing Filter (2.899 Euro) oder D800E ohne Antialiasing Filter (3.219 Euro). Obwohl bei der D800E der Tiefpassfilter (AA-Filter) vor dem Sensor fehlt, ist sie teurer. Lustig, aber doch nachvollziehbar. Die D800E zielt sicherlich auf Profis ab, welche das letzte Quäntchen Detailschärfe rausholen möchten und für die die Kosten einer Kamera relativ sind.

Der Antialiasing Filter verhindert vor allem Moiré-Effekte, das sind „marmorierte“ Muster auf Oberflächen die durch Überlagerung von Punktmuster entstehen z.B. bei Bekleidung, Stoffen, usw.. Leider geht die Reduzierung des Moiréeffektes durch den AA-Filter auf Kosten der Detailschärfe. Ein Antialiasing Filter ist – außer in extrem hochpreisigen Mittelformatkameras – bei jedem Hersteller eingebaut. Nikon geht nun mit der Vollformatkamera D800E einen neuen Weg und lässt diesen Bild unscharf machenden Filter weg. Die eventuell auftretenden, störenden Moiré-Effekte wird man zumindest in Europa mit der mitgelieferten Software Nikon Capture entfernen können. Ganz optimal wird das sicherlich nicht sein, denn so ganz ohne ist das Entfernen solcher Effekte nicht. Ich für meinen Teil gehe bei der Landschaftsfotografie zwar nicht davon aus, dass der Effekt bei vielen Bildern auftritt, aber Bedenken habe ich schon, denn wenn er dann auftritt ist Zusatzarbeit zu bewältigen.

Für Landschaftsfotos sehe ich also kein großes Problem. Bei Panoramen, die anfällig für Moiré-Effekte sind, die noch dazu aus mehren Einzelfotos zusammen gestellt werden sollen, könnte das etwas heikel werden. Moiré-Muster könnten schon mal die Zusammenrechnung zweier Fotos etwas erschweren. Mir aber gibt eher ein anderes „Problem“ zu denken. 36M Pixel sind zwar super, aber die daraus resultierende Speichergröße einer einzelnen Datei (75 MB habe ich gelesen) macht es fast unmöglich, mit einem akzeptablen Zeitaufwand mehrere Fotos zu einem Panoramafoto oder sogar zu einem Kugelpanoramafoto zu verrechnen.

Ptgui, Hugin und Microsoft Image Composite Editor mit denen ich meistens meine Kugelpanoramen bzw. Panoramen zusammenrechne, kommen zwar ohne Weiteres damit zurecht, ja sogar Gigapixelpanoramen sind für diese Stitchingprogramme kein Problem, aber dann heißt es, das Ergebnis als tif abspeichern, denn Photoshop macht bei JPG-Bildern, welche größer als 30.000 x 30.000 Pixel sind, nicht mit. Größere JPG-Bilder kann Photoshop nicht öffnen und auch nicht abspeichern.

Bleibt die Hoffnung, dass man sich durch den Einsatz einer Nikon D800 bzw. D800E so manches Zusammenstellen von Fotos sparen kann, weil ein einziges Foto genug Auflösung hergibt. Will man aber den Wow-Effekt des Sich-mitten-drin-Befindens, dann muss man trotz enormer Auflösung des Fotoapparates um sich herum fotografieren und dann die Fotos stitchen. Und da ich bei Fotos eher von der Sorte „Menge-geht-vor“ bin, wird der Kauf einer Nikon D800 wohl die Aufrüstung der Computeranlage mit sich bringen.

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Moirè Effekt mit Lightroom, Nikon Capture oder Photoshop entfernen

19 thoughts on “Vollformatkamera Nikon D800 oder D800E”

  1. georg says:

    Hoi Dietmar,
    36MP wären schon toll, da kann man die langen Brennweiten schon mal zu Hause lassen und dann croppen statt zoomen. Aber ich befürchte ebenfalls, dass da neue Hardware her müsste und was noch schlimmer ist: neue Optiken, weil nur die allerbesten Gläser werden diese Auflösung rüberbringen.
    Ich bleibe also erst mal bei der D7000, bin damit sehr zufrieden. Eine FX Ausrüstung wäre mir beim wandern und biken zu schwer.
    Die D800E ist mE eher ein Nischenprodukt, es gibt sicher Einsatzgebiete wo es diese Details braucht, aber im Normalfall sicher nicht. Übrigens kann auch Lightroom4 das Moiré weg-pinseln.
    LG, Georg

  2. Webmaster says:

    Hallo Georg,

    bei mir ist es einfach so, dass ich schon seit circa 1,5 Jahren auf den Nachfolger der D700 warte. Wollte damals schon die D700 kaufen, weil ich auf Vollformat umstellen möchte und weil ich in hochwertige Vollformat-Objektive investieren möchte. Aber da dauernd Gerüchte bzgl. eines Nachfolgers durch Web gegeistert sind habe ich gewartet. Seit circa einem 3/4 Jahr hat dann meine alte D70 beim Hochformat fotografieren ein mechanisches Problem mit dem Spiegel bekommen. (Ich bin einer derjenigen, der es schafft die maximale Anzahl Spiegelauslösungen bis mechanische Verschleißspuren auftreten, zu überschreiten.) Bei längeren Belichtungszeiten klappt der Spiegel zu früh zu, was zu einem schwarzen Foto führt. Damals habe ich mir dann wieder die Frage gestellt. D700 oder warten. Ich habe mich entschieden die D5100 als Übergangskamera zu kaufen. Wiederum wollte ich lieber warten um mein Vollformat Projekt dann ordentlich starten zu können.
    Nun ist die D800 endlich da, jetzt muss sie her auch wenn sie beim Wandern und bei der Foto Massenproduktion (bin eher ein Massenproduzent als ein Qualitätsproduzent) wahrscheinlich meistens zu Hause bleiben muss. Einfach zu viel Daten. Und genau weil das so ist, genau weil ich eher denke, dass ich sie in Spezialfällen einsetzten werde bin ich zur Zeit eher dazu geneigt an die D800E zu denken. Dein Argument, dass natürlich nur sehr hochwertige Objektive die Detailschärfe und Auflösung rüber bringen können ist auf jeden Fall zu bedenken. Ich hoffe, dass ich es aushalte bis die Kamera ein zwei Monate von der „Masse“ genutzt wird, sodass ich dann im Web Vergleichsbilder bzgl. D800-D800E mit verschiedenen Optiken finde. Ohne echte Bilder ist die Entscheidung zu schwierig.
    Mal sehen…

    Grüße
    Dietmar

  3. Moiré!!! Nicht Morié… (meine Güte…kann man so einen Text nicht nochmal durchlesen, bevor man ihn ins Netz stellt?)
    Gruß W.G.

  4. Webmaster says:

    Hallo Wolfgang,

    kein schöner Ton, aber ein nützlicher Kommentar. Danke dir, habe die Buchstaben Dreher und auch den Tippfehler in deinem Kommentar korrigiert 😉

  5. „Leider geht die Reduzierung des Moriè Effektes durch den AA-Filter auf Kosten der Detailschärfe. “

    Den Dreher jetzt auch noch korrigieren, dann sieht es schon ganz ordentlich aus…(grins)

    Natürlich könnte man dann noch Moiré-Effekt oder Moiréeffekt schreiben, aber wer wird denn so kleinlich sein…

    Gruß W.G.

  6. Webmaster says:

    Hallo Wolfgang,

    eigentlich würde ein Dreher – zwecks Suchmaschinenoptimierung auf „Vertipp-Wörter“ – nicht schaden. Aber das würde dann fast den Anschein machen, als ob ich mich nicht belehren lassen möchte. Tatsächlich bin ich für solche Hinweise, wie deine, dankbar! Ich schreibe bei diesen hoffentlich letzten Moriè, falsch Moirè (!) Dreher das Wort Moirèeffekt zusammen. Damit habe ist auch diese Variante mit drin 😉

    Danke dir.
    Grüße

  7. So, jetzt noch den Akzent korrigieren („Leider geht die Reduzierung des Moirèeffektes durch den AA-Filter auf Kosten der Detailschärfe.“), dann soll es erstmal gut sein…

    Moiré-Effekt! é! Nicht è!

    Gruß W.G.

  8. Webmaster says:

    Dieses Mal ist die italienische Sprache und die Macht der Gewohnheit Schuld, die in Italienisch viel öfter das è als das é getippt werden muss. Nein, dass ich da imstande war nochmals einen Bock zu schießen, ist schon gewaltig! Ich getraue mich schon fast nicht mehr den Kommentar zu schreiben aus Angst nochmals einen Fehler rein zu tippen 😉

    Grüße

  9. Okay, mit Moiré sind wir jetzt durch.

    Jetzt noch „Der Antialisaing Filter verhindert vor allem Moiré-Effekte, das sind “marmorierte” Muster auf Oberflächen die durch Überlagerung von Punktmusstern entstehen z.B. bei Bekleidung, Stoffen, usw.. “
    Alles klar? Antialiasing? Statt Antialisaing?
    Und Punktmuster statt Punktmusstern? Dann hätten wir bis auf die Kommasetzung einen Text für die Ewigkeit…(grins)

    Und dann liest man sowas auch viel entspannter…

    Zum Trost: so eklig wie ich sind nicht viele!

    Gruß W.G.

  10. Webmaster says:

    Die Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler hätten sich vermeiden lassen, das muss ich zugeben, auch wenn ich nicht 100%ig sicher bin, ob nun wirklich keine mehr drin sind. Bei der Kommasetzung steige ich aber auf jeden Fall aus. Das kann ich tatsächlich nicht besser. Ich versuche mir einzureden, dass die meisten Kommaregeln eh nur Kann-Regeln sind 😉

    Habe mir deine Website genauer angeschaut. Mal schauen mit wem ich es da zu tun habe. Künstler. Aha. Hmm…. Künstler und Deutschexperte wie passt das zusammen? Genauer schauen. Märkisches Stipendium für Bildende Kunst, dotiert mi 12.000 Euro. Hätte mir zwar jetzt eher das Märkisches Stipendium für Literatur erwartet aber trotzdem, von so jemand lässt man sich gerne belehren. „Oschpele, eatz fil i mi foscht a migele geehrt!“. Für nicht Südtiroler: Ups, jetzt fühle ich mich fast ein wenig geehrt.

    Grüße

  11. Okay – also so richtig sicher bin ich mir auch nicht…da müßte ich mir den Text schon GENAUER anschauen…(grins)

    Und: Künstler ist schon richtig, aber ich war auch 32 Jahre lang Lehrer am Gymnasium (nicht für Deutsch, aber auch in Kunst muß man Klausuren korrigieren). Die feler-Phobie ist gewissermaßen als
    Berufskrankheit ins Pensionärsdasein übernommen worden. Nix für ungut!

    Ich werde mir übrigens die 800E kaufen – trotz Moriè (nochmal grins)

    Gruß aus Karlsruhe!

    W. Gießler

  12. Webmaster says:

    Ich tendiere auch ziemlich stark zur D800E. Die Vergleichsfotos zwischen D800 und D800E auf der Website von Nikon Kanada sind schon recht beeindruckend.

    Fragt sich nur noch welches Objektiv ideal wäre. Ich werde mal abwarten und hoffen, dass meine Geduld reicht bis „Normalnutzer“ die ersten Berichte posten und hoffen, dass meine Übergangskamera die zur Zeit für sie recht gefährliche Zeit (Luftaufnahmen mit Modellhubschrauber), überlebt.

    Hmm… der Satz liest sich holprig, aber als Kommentar lass ich ihn trotzdem stehen 😉

    Grüße
    Dietmar

  13. Hallo Dietmar,

    vielen Dank für die Kanada-Seite! Ich fühle mich bestätigt: D 800 E! Und gleich noch das alte, aber gute 200mm Makro dazu…1,8/85mm D hab ich schon, 2,8/105mm D auch. Hast Du Erfahrungen mit dem Tilt/Shift von Nikon? Finde ich auch noch interessant – Du hast ja meine website gesehen.

    Jedenfalls bin ich froh, daß ich mich felertechnisch nicht habe beherrschen können – sonst wäre dieser Austausch nicht entstanden. Und daß Du meine Ruppigkeit so locker weggesteckt hast…

    In diesem Sinne!
    Gruß W.

  14. spiegel says:

    Ich finde diese Maschine eifach nur genial…

  15. Webmaster says:

    Hallo Wolfgang,

    nein mit Tilt/Shift habe ich leider keine Erfahrung. Architektur ist nicht unbedingt mein Ding.

    Ruppigkeit:
    Jeder Kommentar ist zugleich auch immer eine Chance für einen Austausch, über die Ruppigkeit muss man drüber stehen 😉 Das hat sich aber eh schon beim zweiten Kommentar gelegt 🙂
    Ich war nur Anfangs verwirrt, weil ich drei Mal hingeschaut habe und den Buchstabendreher trotzdem nicht gesehen habe. Nicht weil ich von vornherein gewusst hätte wie man Moiré schreibt, aber ich hatte das extra in Wikipedia recherchiert. Vertippe mich leider recht oft (6 Finger Schreiber) und beim Lesen bin ich eher der visuelle Typ, d.h. ich nehme die Wörter eher als Ganzes auf und nicht Buchstabe für Buchstabe.

    Grüße

  16. Webmaster says:

    Bei Videos könnte – je nachdem wir die D800E mit Videos umgeht – der Moiré-Effekt bzw. der Alias-Effekt leider auch ein großes Problem werden wie man hier: http://www.youtube.com/watch?v=eUilceG9Lp4 am Beispiel einer CANON 5D DSLR sieht. Bevor nicht eine entsprechende repräsentative Anzahl an Videos der D800E im Web rumschwirrt wird es „gefährlich“ werden eine Entscheidung zu treffen.

  17. Webmaster says:

    Ein super Vergleich zwischen der D800 und der D800E ist hier zu finden.

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